Werden Transmenschen nun unsichtbar ? Wo bleiben sie ?

Der „Erlass zur Verwendung geschlechtergerechter Sprache im Unterricht und in der Kommunikation von Schulen“ bzw. das erklärende Schreiben aus dem Ministerium begründen vielfältig, warum keine der üblichen, inklusiven Schreibweisen im Unterricht benutzt werden darf.

„…Dem Bildungsministerium obliegt jedoch die Verantwortung, für das Erlernen, die Umsetzung und die Anwendung der Amtlichen Regelung der deutschen Rechtschreibung an den Schulen in Schleswig-Holstein Sorge zu tragen. Dies erfolgt im Kontext verbindlicher Regeln auf Grundlage des Amtlichen Regelwerks, das eine Nutzung von Sonderzeichen innerhalb eines Wortes derzeit weder vorsieht noch empfiehlt.
Um die Situation zu vermeiden, dass Eltern in einem schulischen Schreiben Formulierungen finden, die zuvor bei ihrem Kind als Fehler moniert wurden, bitte ich Sie als Schulleitungen und Lehrkräfte im Rahmen Ihrer Tätigkeit in einer Landesbehörde, sich in Ihrer schriftlichen Kommunikation daran zu orientieren. …“

Vor einigen Jahren hätte ich damit kein Problem gehabt.
Weil ich, einfach gesagt, „transblind“ war…

Nachdem ich nun aber verschiedene Menschen erlebt habe, die mich an ihrem (äußeren) Umwandlungsprozess teilhaben ließen und mit mir intensive Gespräche führten, ist diese „Bitte“ für mich ein Problem.

An unserer Schule werden auch Transmenschen unterrichtet und Menschen, die sich anders definieren, können hier unterrichten.
Selbst wenn es zahlenmäßig wenige sind, kann es gerade für sie sehr bedeutend sein, nicht mehr angesprochen zu werden, nicht aufzutauchen.

Der neue Erlass wird für Diskussionen sorgen, die Probleme von nicht-cisgender Menschen (ja, wir müssen auch neue Vokabeln lernen… 😉 ) werden zumindest kurzzeitig mehr Aufmerksamkeit bekommen, aber wie es dann weitergeht… 🌈

Vielleicht ja auch ein Thema für die Schulkonferenz?! – Erstmal werde ich in Homepagebeiträgen den verbindenden Doppelpunkt weiter nutzen, denn hier geht es ja mehr um die Information nach außen 😉