“…die Schule wurde inzwischen gelüftet.” (NDR)

“…die Schule wurde inzwischen gelüftet.” (NDR)

Dieser Satz des NDR relativierte die Meldung über den Großeinsatz ein wenig – aber auch wenn wir die überregionale Aufmerksamkeit nicht unbedingt gewünscht haben: Sie ist da.

Alle Artikel, Berichte und Meldungen, die ich gesehen habe, waren sehr sachlich und beruhten auf dem korrekten Polizeibericht mit den zuletzt festgestellten Zahlen: 2 Hubschrauber, 21 leicht Verletzte, 3 davon kamen ins Krankenhaus, 1 Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung.

Mir ist hier wichtig, dies ein wenig zu ergänzen:

Zuerst: Wir sind sehr dankbar für die schnelle, professionelle Hilfe aller Beteiligten!

Auch, dass der Großalarm ausgelöst wurde, als die Situation für Nicht-Fachleute bereits geklärt schien, zeigt, wie gut unser Rettungswesen ist. Dass in einer schwer überschaubaren, dynamischen Lage Hilfe für alle bereitsteht, ist enorm beruhigend.

Die berichtenden Medien haben auch darauf verzichtet, die bei einzelnen sehr deutlichen, kurzfristigen Folgen in den Vordergrund zu rücken. Das ist der Situation angemessen.

Die besorgten Reaktionen Angehöriger und das Erschrecken Unbeteiligter sind bei der Meldung eines  entsprechenden Alarmes natürlich – mich persönlich erreichten beispielsweise auch viele Nachfragen von Bekannten aus ganz anderen, entfernten Regionen.

Wenn statt von “Leichtverletzten” von “Verletzten” die Rede ist und dann der Begriff “gefährliche Körperverletzung” fällt, die Schule “evakuiert” wurde, entstehen bei einigen noch dramatischere, beunruhigendere Bilder.

Ja, für einige Schüler/-innen war es sehr schlimm, wie jeder nachvollziehen kann, der schon mal Atemprobleme hatte. Auch bei guter, professioneller Betreuung löst das Ängste aus.

Andere konnten damit anders umgehen, brachten auf der Trage lockere Sprüche oder – die meisten – hatten wirklich nur leichte Symptome.

Ein Gebäudetrakt wurde durch die Schulleitung geräumt/evakuiert, in die anderen Bereiche ders Hauptgebäudes/Oase wurden die Schüler/-innen nach der Pause nicht hereingelassen, da jegliche Gefährdung ausgeschlossen werden sollte. Als die Räume alle als sicher nutzbar angesehen werden konnten, konnte das Gebäude trotzdem noch nicht betreten werden, um die Polizeiarbeit nicht zu stören.

“Gefährlich Körperverletzung” ist  der juristisch korrekte Begriff, wenn eine Aktion solche Folgen zeigt. Die Bandbreite geht dabei von Handlungen, die darauf abzielen jemanden heftig zu verletzen, bis zu unbedachten Aktionen mit Verletzungsfolgen – dazu gehören brennende Augen, Rötungen und anderes, aber eben auch heftige, bedrohlich wirkende Atemnot oder Reaktionen, die auf Vorerkrankungen beruhen.

Letztlich hat unüberlegtes, unangebrachtes Handeln im kleinen Rahmen zu erheblichen Einschränkungen für große Teile der Schulgemeinschaft geführt und einen großen Einsatz von sehr vielen Rettungskräften provoziert.

Also: Gemeinsam daraus lernen und gemeinsam weiter!

Wilfried D. John, Rektor

PS:

Auf die Frage, ob der Schulrat gleich umfassend informiert wurde, kann ich nur antworten: “Er hat alles live mitbekommen, er war nämlich an dem Tage zu seinem Antrittsbesuch bei uns.” 😉